Ethik |
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Bewusstseins-Erweiterung erweitert Mitgefühl Dr. vet. Anton Augenstein |
In letzter Zeit konnte man wieder häufiger von intelligenten - dem Menschen entsprechenden - Leistungen von Tieren hören. Bekannt ist sicherlich der intelligente Hund Rico, ein Collie, der 260 STofftiere als Begriffe unterscheiden kann. So wurde er bei "Wetten, dass" schon einmal Wettkönig! Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
in Leipzig forschten drei Jahre lang mit Rico und kamen zu dem Schluss, dass die Fähigkeit,
einen ZUsammenhang zwischen Gegenständen und ihrer Bezeichnung herzustellen, nicht nur dem
Menschen vorbehalten ist. Dies sind jetzt wissenschaftlich untermauerte Erkenntnisse, die jedem Tierfreund, der lange Zeit mit einem gefiederten oder vierbeinigen Hausfreund zusammengelebt hat, schon mehr oder weniger bewusst waren. Wir stehen hier sicher erst am Anfang einer viel weiter reichenden Entwicklung. In Laboren rund um die Welt werden bisher fast unbemerkt von der Öffentlichkeit in großem Stil Erforschungen emotionaler, mentaler und verhaltensbedingter Zustände unserer Mitgeschöpfe betrieben, wie der Zukunftsforscher Jeremy Rifkin in einem Artikel schreibt. Unter dem Druck von Tierschützern hat sich diese neue Verhaltensforschung entwickelt und die Ergebnisse dieser Studien verunsichern. Anscheinend sind viele unserer Mitgeschöpfe und ähnlicher als wir je
gedacht haben. Sie fühlen Schmerz und Leid, kennen Stress, empfinden Zuneigung, freudige Erregung
und sogar Liebe. Im Versuch zeigten Krähen durch Biegen eines Drahtes um Futter aus einer
Tube zu holen, die Fähigkeit, ein Werkzeug herzustellen. Die meisten Tiere machen Lernerfahrungen durch fortlaufende Versuche sowie
durch Erfahrungen aus Versuch und Irrtum. Aus alledem entwickelt sich ein Bewusstsein. Der Umgang mit Labortieren und Nutztieren wird sich ändern. Fallenjagd,
Pelzindustrie, Fuchsjagden und Stierkämpfe werden einer noch strengeren Bewertung unterzogen
werden. Zoo- und Zirkustieren wird mehr Artgerechtigkeit widerfahren. Was zeichnet den Menschen in der Lebensgeschichte besonders aus? Nun eröffnen die neuen Studien über Emotionen, Erkenntnisfähigkeit und
und Verhalten der Tiere eine weitere Phase in der Geschichte der Menschlichkeit: |