In der Diskussion um die Behandlung der Tiere durch
uns Menschen wird oft die These vertreten, wegen der offensichtlichen
morphologischen Ungleichheit zu uns Menschen dürften wir Tiere
behandeln, aus- und benutzen, wie es uns beliebt.
Also allein durch
die Tatsache, dass Schweine, Rinder, Gänse, Fische, Hühner
usw. zufällig zu einer anderen Art gehören, nehmen die Menschen
sich das Recht, über sie zu verfügen. Eine derartige Haltung
wird als Speziezismus bezeichnet, analog zu Sexismus und Rassismus.
Denn vor gar nicht allzu langer Zeit - und in manchen Gegenden der Welt
sogar heute noch - wurden Frauen nur wegen der Zugehörigkeit zum
anderen Geschlecht und Schwarze nur wegen ihrer anderen Hautfarbe diskriminiert.
Eine äußerliche Ungleichheit wurde zur Legitimation eines
Herrschaftsanspruches missbraucht.
Dabei geht es gar nicht darum, physische oder psychische Gleichheit
für das Zugestehen von Rechten vorauszusetzen. Wichtig sind allein die
Interessen, die Individuen verfolgen wollen. Und unbestreitbar haben
alle Tiere Interesse an einem schmerzfreien Leben und einem nur von
der Natur bestimmten Tod. Und in diesem Interesse sind sie uns absolut
gleich. Und deshalb ist es unethisch, Tieren ohne eigene Not Leiden
zuzufügen und ihnen das grundsätzlichste aller Rechte, das
Recht auf Leben, zu verweigern. Und eine Not gibt es tatsächlich
nicht, da es vielfältige Möglichkeiten gibt, sich gesund,
abwechslungsreich und geschmackvoll ohne tierische Produkte zu ernähren.
Dies bestätigt inzwischen auch die Wissenschaft, die ADA (American
Dietetic Association, staatliche Ernährungsgesellschaft in den
USA) hat festgestellt, dass eine abwechslungsreiche vegetarische, ja
auch eine vegane (ohne Milch und Eier), rein pflanzliche Ernährungsform
für jedermann geeignet ist.
Vor einer Umstellung stehen uns dabei eigentlich nur die Gewohnheit
und die Werbung, die unser Konsumverhalten manipulieren, im Wege. Eine
schlechte Gewohnheit kann jedoch überwunden und durch eine neue,
bessere ersetzt werden. In unserer modernen Zeit ist es so leicht wie
nie zuvor, seine Ernährung ohne Tierleid, mit geringer Umweltbelastung
und gesund zu gestalten.
|
"Die Gemeinschaft der fühlenden Wesen geht über
die Grenzen der menschlichen Art hinaus und wir haben nicht das Recht
andere fühlende Wesen einem Leben auszuliefern, das nur aus Qualen
und aus Angst vor dem Tod besteht. Es ist nicht nur eine Frage des Mitleids,
wir haben nicht das Recht." |