Meine Meinung

Die Jagd

Boom bei Reisen, um zu töten. Wer glaubt, dass er in Bayern nicht ausreichend töten kann - und das ist immerhin ein Drittel der ca. 50 000 bayerischen Jagdscheininhaber - reist ins Ausland, um seinen abartigen Hobby nachzugehen.
Er gibt dafür durchschnittlich 3000 Euro aus. Dass dabei auch nach dem Artenschutzabkommen geschützte Tiere auf der STrecke bleiben, versteht sich von selbst.
Für die kleinen Geldbeutel werden Jagdtiere auf Farmen gehalten
Hetzjagden werden neuerdings wieder beliebter.


Zumindest in Deutschland hat die Jagd nach Meinung der Jäger viel mit Brauchtum zu tun. Der erlegte Hirsch wird geehrt, weil ihm Ehre gebührt. Es ist in Ordnung, ihn zu töten, weil es die Jagd schon immer gab.
Nun haben aber auch Menschen schon immer Menschen getötet. In Ordnung ist dies aber noch lange nicht.


Die Wildtiere wurden durch das Reichsjagdgesetz (heute Bundesjagdgesetz) als herrenlos erklärt. Sie wurden somit zum Volksgut und in der Folge von der Jägerschaft gewissermaßen treuhänderisch verwaltet, sprich umgebracht.


Ob die Jagd ökologisch erforderlich ist oder nicht, hängt wohl jeweils von den Verhältnissen vor Ort ab. Eine Wildschweinhorde, die Felder verwüstet, ist nicht gerade lustig und ich denke, dass ein jagdliches Eingreifen hier in vielen Fällen erforderlich ist. Der nachwachsende Wald ist zu schützen und eine angemessene Winterfütterung soll schon sein.
Denn die Vorstellung, dass die Rehe im Winter verhungern, ist nicht gerade erbaulich. Dort, wo die Natur keine Bestandspflege mehr betreibt, sollte der Mensch wohl eingreifen.


Wie es um den Menschen Jäger gestellt ist, ist dagegen eine ganz andere Sache. Wer aus Lust am Töten oder aus sportlichen Gründen fühlende, hoch entwickelte Lebewesen ermordet, besitzt einen Charakter, dem es erheblich an Menschlichkeit mangelt und der verabscheuungswürdig ist.


Wer also aus derart niedrigen Beweggründen tötet, ist nichts anderes als, wie Theodor Heuss einmal ausdrückte, krank an Geist und Seele. Er ist pervers.

Herbert Hiller