Meine Meinung

Der gute Mensch

Lieber Gott, mach dass ich ein guter Mensch werde, aber warte damit, bis ich in Rente bin, ist ein frommer Wunsch, der den guten Vorsätzen zu Neujahr ziemlich ähnelt.
Sicher, ein guter Mensch zu werden ist sehr schwer. Nicht jeder wurde beim Heranwachsen in einem liebe- und verständnisvollen Elternhaus zu einem guten Menschen geformt und hat hohe menschliche Ideale gewissermaßen mit der Muttermilch eingesogen.


Aber es ist niemals zu spät. Beginnen Sie mit guten Taten (sich den eigenen Bauch mit Leichenteilen vollzustopfen, zählt hier nicht als gute Tat) und Sie haben damit den richtigen Weg eingeschlagen, denn das Leben ist eine Pilgerfahrt. Wohin sie geht bestimmen wir selbst.
Auch für hartgesottene Zeitgenossen, deren Götze das Geld ist, kommt einmal die letzte Stunde und da sieht dann alles schon ganz anders aus. Die irdischen Besitztümer zählen nicht mehr, denn bekanntlich hat das letzte Hemd keine Taschen.


Was bleibt dann von diesen kleinen Lebenslichtern, die sich selbst zum Mittelpunkt des Universums zählten und außer Spaß, Lust oder Geld scheffeln keinen anderen Lebenszweck anerkannten.
Wir alle wissen nicht, was sein wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Gutes zu tun unsere einzige Chance ist, die Zukunft für uns und andere positiv zu beeinflussen.
Wir wurden geboren um zu leben. Dann saugt uns das Leben aus. Dann müssen wir sterben. Dies alles können wir nicht ändern. Aber wir können Gutes tun, tagtäglich. Der Mensch kann den Tieren Teufel oder Engel sein.


Die meisten Menschen haben eine dunkle, aber auch eine helle Seite, in der Mitgefühl, Liebe und Barmherzigkeit vorhanden sind. Leben Sie Ihre helle Seite. Nutzen Sie die Zeit, die Ihnen gegeben ist.
Nicht nur die westliche Gesellschaft, sondern diese unsere Welt verroht immer mehr, immer schneller und in einem immer größeren Ausmaß, auch wenn der Dalai Lama der Meinung ist, dass sich die Welt insgesamt zum Besseren verändert hat.


Was nützt es da, wenn sich die Menschen aufmachen, um im All neue Welten zu erobern, die sie mit Sicherheit auch nur versauen und jedes Lebewesen, das sie dort vorfinden auf ihre Speisekarte setzen. Das bringt nur neue Grausamkeiten.


Was die Menschheit braucht, sind keine neuen Welten sondern neue Herzen.

Die Sterne blicken herab auf dieses unendliche Blutbad auf dem schönen Planeten Erde. Kalt und mitleidlos? Wer weiß.


Liebe Tierfreunde, ich bin bestimmt kein guter Mensch, so es ihn überhaupt gibt. Aber ich versuche einer zu sein.
Tag für Tag und es ist nicht immer leicht.

Herbert Hiller