Meine Meinung

Mit dem Schlimmsten rechnen

Wer versucht, Gutes zu tun, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Diese Worte Gandhis haben nichts an Bedeutung verloren. Immer wieder stellen wir fest, dass es außerordentlich aufwändig und schwierig ist, auch nur einem einzigen Tier zu helfen. Das Problem dabei ist der Mensch; eine alte, aber stets aktuelle Erkenntnis. Leider ist es nach wie vor so, dass die Teufel keine Hörner und die Narren keine Schellen tragen.


Wir können nicht den Tieren auf der ganzen Welt helfen. Unser Auftrag liegt im Landkreis Deggendorf und dessen näheren Umgebung, da gibt es genügend zu tun. Aber wenn uns Hilferufe von überregionalen Tierschutzorganisationen erreichen, helfen wir selbstverständlich im Rahmen unserer Möglichkeiten mit der Aufnahme von Hunden im Tierheim Wangering. So geschehen anlässlich der Rumänenhilfe, wo 1000 Hunde in Fuchskäfigen, übereinander gestapelt, befreit wurden. In der Hilfe für türkische Hunde, die zu einem grausamen Tode verurteilt wurden, aber auch in Einzelfällen, wenn Bürger aus dem Landkreis im Urlaub nicht wegschauen kännen und ein armes hilfloses Geschöpf mit nach Hause bringen.


Was sind nun die spirituellen Werte, die unserem Handeln zugrunde liegen? In den meisten Fällen dürfte es Mitleid sein. Wir sehen und fühlen das Leid unserer Mitgeschöpfe und können uns ihm nicht verschließen


Viele von uns können im "Süden" nicht mehr Urlaub machen, in einen Zoo gehen oder eine Delphinschau besuchen. Im Zirkus wird den Elefanten, Bären, Raubtieren usw. alles genommen, was ihr Wesen ausmacht und das dumme Volk freut sich darüber und klatscht dazu. Von den teilweise abartigen Haltungsbedingungen für Versuchstiere ganz zu schweigen. Diese Aufzählung ist beliebig fortsetzbar. Den Tieren wird die Freiheit, die Würde und ein artgerechter Lebensraum verwehrt.


Der Tierschutzverein Deggendorf hat im Laufe seines Bestehens schon zigtausenden Tieren geholfen und ihr Schicksal zum Guten gewendet. Wir können die Ungerechtigkeit, die den Tieren widerfährt, nicht tatenlos hinnehmen, denn sie sind die Schwächsten der Schwachen und darum helfen wir ihnen und sind karitativ tätig.


Es ist wohl so, wie es Marc Aurel formuliert hat:
Kein Mann (und keine Frau) kann dem aus dem Weg gehen, was für ihn bestimmt ist.

Herbert Hiller