Vegetarismus/Veganismus |
Tiere sind meine Freunde und meine Freunde esse ich nicht! Prof. rer. nat. Robert Geigenfeind |
Jeder, der sein Heim mit einem Tier teilt, sei es Hund oder
Katze, Kanarienvogel oder Meerschweinchen, wird die Erfahrung bestätigen,
dass jedes einzelne Tier seinen eigenen Willen und Charakter besitzt, mit
individuellen Unterschieden in den Vorlieben und Gewohnheiten. Uns wurde dies
besonders ins Bewusstsein gerufen, als sich in unserem Haushalt im Lauf der Jahre
mehrere Katzen und Meerschweinchen - immer Findelkinder, die keiner haben wollte -
eingefunden hatten. Jedes Tier hatte andere Eigenarten und zeigte ganz deutlich,
was es wollte und was nicht. Auch Gemütsäußerungen wie Freude oder
Unmut gehörten zum Verhaltensrepertoire. Diese Tatsache trifft nun aber genauso auf die sogenannten Nutztiere zu. Auch sie sind empfindungs- und leidensfähig, und genau so wenig wie unsere Heimtiere möchten sie vor ihrer Zeit sterben. Aus dieser Erkenntnis heraus war es für uns ethisch nicht mehr
vertretbar, Tiere zu töten und aufzuessen, vor allem, da es andere Möglichkeiten
gibt, sich zu ernähren. Man fängt also an, sich über die Ernährung
intensiv Gedanken zu machen, schließlich will man ja gesund und leistungsfähig
bleiben. Man weiß natürlich, dass Vegetarier offenbar gut ohne den Genuss von
Fleisch auskommen, und Veganer benutzen für ihre Ernährung gar keine Produkte, die
von Tieren stammen. Immerhin gab und gibt es eine Reihe von Menschen, Wissenschaftler,
Schriftsteller, auch Spitzensportler, die sich ohne tierische Produkte ernähren: Es ist absolut nicht nötig, fortan als missmutiger Asket von Salat und Gemüse zu leben, sondern die Ernährung wird genau so abwechslungsreich und schmackhaft wie vorher. Da gibt es z.B. die vielfältigen Produkte, die aus Seitan (einem Produkt aus Weizen-Eiweiß, das seit Jahrhunderten in Fernost zubereitet wird) oder aus Tofu - aus Sojabohnen -, die wie Fleisch zu Braten und in Eintöpfen verarbeitet werden können. Oder die vielen Möglichkeiten, aus Getreide und Hülsenfrüchten leckere "Pflanzerl" in der Pfanne zu braten. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen, als Fazit bleibt nur: Wir selbst leben seit mehreren Jahren vegan, und außer einem sehr niedrigen Cholesterinspiegel im Blut haben sich keine Änderungen in unserem Gesundheitszustand ergeben. Die sportliche Leistungsfähigkeit hat sicher nicht abgenommen, und bleich und hager sind wir auch nicht geworden. Für uns ist das der Beweis, dass Achtung vor dem Lebendigen und gesunde Ernährung kein Widerspruch sein müssen. Man muss nur anfangen, seine traditionellen Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Für Internet-Nutzer: |
"Gibt es nicht Nahrungsmittel, ohne dass man Blut gebraucht? Heisst es nicht die Menschheit zur Grausamkeit zu ermutigen, wenn man ihnen gestattet, den Tieren das Messer in das Herz zu stoßen?" |
Diderot, Denis (1713-1184), franz. Enzyltlopädist |