Vegetarismus/Veganismus

Vegetarismus - Leben für die Tiere, Gesundheit für den Menschen,
Schonung für die Umwelt

Prof. Dr. rer. nat. Robert Geigenfeind

Wenn man sich als Vegetarier zu erkennen gibt - was bei Einladungen und diversen Festivitäten unvermeidbar ist-, wird man sehr oft mit Einwänden gegen diese Lebensweise konfrontiert: ist das denn überhaupt gesund, was isst man denn da, es sind doch bloß Tiere usw. Offenbar fühlen sich manche Menschen allein durch das Bekenntnis eines Anderen zu dieser Ernährungsform schon angegriffen. Genau das ist zwar nicht die Absicht bei einem solchen Bekenntnis, wenn aber schon immerhin das Thema angesprochen wird, kann man ja gerne einmal die Gründe für eine fleischlose Ernährung darlegen. Drei Aspekte sollen dabei erläutert werden:


1. Der ethische Aspekt
Der wichtigste Grund, kein Fleisch mehr zu essen, ist wohl die Liebe zu und Ehrfurcht vor allem Lebendigen. Zum Kreis des Lebendigen zählen dabei selbstverständlich auch die nichtmenschlichen Mitbewohner unseres Planeten. Denn aus welchem Grund sollte man das Leben von Tieren weniger achten als das menschliche?
Der Mensch unterscheidet sich von den Tieren nicht so gewaltig, dass er für sich eine Position beanspruchen kann, aus der er sich als Herr über Leben und Tod fühlen kann. Oft wird die höhere Intelligenz und das Bewusstsein seiner Selbst des Menschen als Rechtfertigung angeführt, jedoch ist Intelligenz sehr relativ. Auch unter den Menschen gibt es verschiedene Abstufungen an Intelliganz, und auch diese rechtfertigen kein Aufstellen einer willkürlichen Hierarchie. Vielmehr sollte uns gerade unsere Intelligenz dazu motivieren, die vermeintlich weniger Begnadeten besonders zu schützen und zu umsorgen. Und beim Bewusstsein ist die Wissenschaft gerade erst am Anfang eines Verständnisses, sowohl des menschlichen als auch des tierlichen. Schon die bloße Möglichkeit auf ein Vorhandensein eines Bewusstseins bei Tieren - tatsächlich gibt es inzwischen sehr deutliche Hinweise darauf - sollte uns das Benutzen und Töten von Tieren verwehren. Bei einer Werteabwägung muss man sich fragen: was verlieren wir denn schon, wenn wir Tiere nicht töten und essen? Ein bißchen Gaumenkitzel. Das Tier jedoch verliert seine Existenz, vom Leiden bis zur Schlachtung gar nicht zu reden. Wie wollte man da das Töten also rechtfertigen?


2. Der gesundheitliche Aspekt:
Die Vorteile einer fleischlosen Ernährung für die Gesundheit sind inzwischen unumstritten. Zahlreiche Studien in Deutschland, Großbritannien und den USA belegen, dass sich vegetarisch ernährende Menschen länger leben, viel weniger unter Herz-Kreislauferkrankungen leiden und insgesamt viel gesünder sind. Wichtig ist nur, dass die Nahrung entsprechend abwechslungsreich gestaltet wird. Bei dem riesigen Angebot an vegetarischen Lebensmitteln fällt es nicht schwer, sich mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen überreich zu versorgen.


2. Der Umweltaspekt:
Schließlich spricht für eine vegetarische Ernährung der deutlich verminderte Ressourcenverbrauch und eine geringere Umwelbelastung. Es ist eine ungeheure Verschwendung, 10 pflanzliche Kalorien in gerade mal eine einzige tierische "abzureichern". Weiter werden für die Fleisch"erzeugung" sehr große Mengen an Wasser beötigt: für 1 Tonne Rindfleisch ca. 16 Mio. Liter. Dagegen benötigt 1 Tonne Getreide lediglich 1 Mio. Liter Wasser zum Wachsen. Trinkwasser wird in Zukunft nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch in Mitteleuropa und sogar in Deutschland ein äußerst knappes Gut werden, das nicht unnötig vergeudet werden darf. Weiter wird die Emission vom klimaschädlichen Kohlendioxid verringert.
Die Fleisch"produktion" hat zudem noch ein großes Umweltproblem zur Folge: die Gülle. Ein typischer Schweinemastbetrieb mit einigen tausend Schweinen produziert so viel an Gülle und Abwasser wie eine mittlere Stadt!


All diese Probleme könnten vermieden werden, wenn die Menschheit vermehrt zu einer vegetarischen Ernährung übergehen würde.


 

"Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung."


Albert Einstein