Wenn man sich als Vegetarier zu erkennen gibt -
was bei Einladungen und diversen Festivitäten unvermeidbar ist-,
wird man sehr oft mit Einwänden gegen diese Lebensweise konfrontiert:
ist das denn überhaupt gesund, was isst man denn da, es sind doch
bloß Tiere usw. Offenbar fühlen sich manche Menschen allein
durch das Bekenntnis eines Anderen zu dieser Ernährungsform schon
angegriffen. Genau das ist zwar nicht die Absicht bei einem solchen
Bekenntnis, wenn aber schon immerhin das Thema angesprochen wird, kann
man ja gerne einmal die Gründe für eine fleischlose Ernährung
darlegen. Drei Aspekte sollen dabei erläutert werden:
1. Der ethische Aspekt
Der wichtigste Grund, kein Fleisch mehr zu essen, ist wohl die Liebe
zu und Ehrfurcht vor allem Lebendigen. Zum Kreis des Lebendigen zählen
dabei selbstverständlich auch die nichtmenschlichen Mitbewohner
unseres Planeten. Denn aus welchem Grund sollte man das Leben von Tieren
weniger achten als das menschliche?
Der Mensch unterscheidet sich von den Tieren nicht so gewaltig, dass
er für sich eine Position beanspruchen kann, aus der er sich als
Herr über Leben und Tod fühlen kann. Oft wird die höhere
Intelligenz und das Bewusstsein seiner Selbst des Menschen als Rechtfertigung
angeführt, jedoch ist Intelligenz sehr relativ. Auch unter den
Menschen gibt es verschiedene Abstufungen an Intelliganz, und auch diese
rechtfertigen kein Aufstellen einer willkürlichen Hierarchie. Vielmehr
sollte uns gerade unsere Intelligenz dazu motivieren, die vermeintlich
weniger Begnadeten besonders zu schützen und zu umsorgen. Und beim
Bewusstsein ist die Wissenschaft gerade erst am Anfang eines Verständnisses,
sowohl des menschlichen als auch des tierlichen. Schon die bloße
Möglichkeit auf ein Vorhandensein eines Bewusstseins bei Tieren
- tatsächlich gibt es inzwischen sehr deutliche Hinweise darauf
- sollte uns das Benutzen und Töten von Tieren verwehren. Bei einer
Werteabwägung muss man sich fragen: was verlieren wir denn schon,
wenn wir Tiere nicht töten und essen? Ein bißchen Gaumenkitzel.
Das Tier jedoch verliert seine Existenz, vom Leiden bis zur Schlachtung
gar nicht zu reden. Wie wollte man da das Töten also rechtfertigen?
2. Der gesundheitliche Aspekt:
Die Vorteile einer fleischlosen Ernährung für die Gesundheit
sind inzwischen unumstritten. Zahlreiche Studien in Deutschland, Großbritannien
und den USA belegen, dass sich vegetarisch ernährende Menschen
länger leben, viel weniger unter Herz-Kreislauferkrankungen leiden
und insgesamt viel gesünder sind. Wichtig ist nur, dass die Nahrung
entsprechend abwechslungsreich gestaltet wird. Bei dem riesigen Angebot
an vegetarischen Lebensmitteln fällt es nicht schwer, sich mit
allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen überreich zu versorgen.
2. Der Umweltaspekt:
Schließlich spricht für eine vegetarische Ernährung
der deutlich verminderte Ressourcenverbrauch und eine geringere Umwelbelastung.
Es ist eine ungeheure Verschwendung, 10 pflanzliche Kalorien in gerade
mal eine einzige tierische "abzureichern". Weiter werden für
die Fleisch"erzeugung" sehr große Mengen an Wasser beötigt:
für 1 Tonne Rindfleisch ca. 16 Mio. Liter. Dagegen benötigt
1 Tonne Getreide lediglich 1 Mio. Liter Wasser zum Wachsen. Trinkwasser
wird in Zukunft nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch in Mitteleuropa
und sogar in Deutschland ein äußerst knappes Gut werden,
das nicht unnötig vergeudet werden darf. Weiter wird die Emission
vom klimaschädlichen Kohlendioxid verringert.
Die Fleisch"produktion" hat zudem noch ein großes Umweltproblem
zur Folge: die Gülle. Ein typischer Schweinemastbetrieb mit einigen
tausend Schweinen produziert so viel an Gülle und Abwasser wie
eine mittlere Stadt!
All diese Probleme könnten vermieden werden, wenn
die Menschheit vermehrt zu einer vegetarischen Ernährung übergehen
würde.
|